MARIE JAHODA

geboren 1907 in Wien – gestorben 2001 in Sussex, Großbritannien
Marie Jahoda wurde international bekannt als Ko-Autorin der Untersuchung
„Die Arbeitslosen von Marienthal“
Die 1933 veröffentlichte Studie stellt anschaulich das materielle Elend und die soziale Verwahrlosung eines arbeitslosen Dorfes im Süden von Wien dar.

Am 1. Oktober liest Maria Hofstätter aus dem Werk der Jahoda

Marie Jahoda selbst wuchs als drittes von vier Kindern in einer assimilierten jüdischen Familie auf. Sie maturierte 1926, engagierte sich früh im Verband sozialistischer Mittelschüler. 1926 heiratete sie ihren Lehrer Paul Felix Lazarsfeld, studierte Psychologie an der Universität Wien und bekam 1930 ihr einziges Kind, Lotte Franziska. 1932 führte sie gemeinsam mit ihrem Mann und Hans Zeisel eine sozialpsychologische Studie über die „Arbeitslosen von Marienthal“ durch. 1934 Scheidung von Lazarsfeld. Jahoda wurde mit 25 Jahren promoviert, war eine der jüngsten Doktorinnen Österreichs.

Die politische Situation wurde zunehmend gefährlicher, vor allem für im Untergrund für revolutionäre Sozialisten tätige, wie Marie Jahoda. Sie wurde verhaftet, kam für 9 Monate ins Gefängnis, wurde freigelassen unter der Bedingung, Österreich innerhalb von 24 Stunden, mit dem Verlust der österreichischen Staatsbürgerschaft, zu verlassen.

Sie emigrierte nach England, arbeitete dort während des Kriegs für das aus London sendende „Radio Rotes Wien“

1945 ging sie in die USA, lehrte bis 1958, in Auftrag von Max Horkheimer, an der „University in Exile“ als Professorin für Sozialpsychologie.
1958 heiratete sie den britischen Labour Abgeordneten und Minister of State Austen Albu.
1958 – 1965 Lehrtätigkeiten für Psychologie am Brunel College in Uxbridge bei London.
Erst 1962 erhielt sie eine Professur für Psychologie und Sozialwissenschaften.
Von 1965 an Lehrstuhl für Sozialpsychologie an der Universität von Sussex.

Auszeichnungen

1985 Ehrendoktorwürde der Universität Bremen
1992 Mitglied der American Academy of Arts and Sciences
1993 Preis der Stadt Wien für Geisteswissenschaften
1993 Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreichs
1998 Ehrendoktorwürde der Johannes Kepler Universität Linz und der Universität Wien