Ausstellung
Sehnsuchtsorte – Zauber alter Tourismusplakate
1. August – 20 Uhr
bis 28. September
Wer hat es nicht schon selbst erlebt, oder davon gehört, in Hallstatt, Venedig, Granada, Madrid, Paris und an so vielen anderen Orten, Menschenmassen strömen herbei, bilden Schlangen, verknoten sich, stehen einander im Weg, drängeln, quengeln, gekommen von wer weiß woher. Warum nur? Was gibt es zu sehen? Wann hat das alles begonnen?
Nicht im Mittelalter. Damals reiste man meist aus religiösen oder wirtschaftlichen Gründen. Es war beschwerlich und überall lauerten Gefahren vor Wegelagerern und Raubrittern, vor Wildschweinen und Bären.
Vielleicht begann es im Verlauf des 18. Jahrhunderts. Damals wurde es für Adelige und Reiche Mode, Bildungsreisen zu unternehmen, Orte zu besuchen, die man angeblich gesehen haben musste. Florenz, Rom, Venedig, Wien, Paris. Einer der bekanntesten Bildungsreisenden war Johann Wolfgang von Goethe, der sich im September 1786 auf den Weg nach Italien machte und in seinem Buch „Die italienische Reise“, ausführlich darüber zu berichten wusste. Und viele taten es ihm gleich, brachen auf, kannten keine Grenzen. Der Zug machte es möglich, die Dampfschiffe. Es gab kein halten mehr.
Richtige Vergnügungs- und Erholungsreisen etablierten sich dann im 19. Jahrhundert. Man wollte Spaß haben und Ungewöhnliches erleben. Es ging mit dem Orient-Express nach Istanbul oder mit dem Dampfschiff nach Ägypten.
Der Engländer Thomas Cook machte es möglich auf die sogenannte Grand Tour zu gehen, organisiert von dem, von ihm gegründeten, weltweit ersten Reisebüro. Um die Menschen an die Orte der Sehnsucht zu locken engagierte er die besten Künstler und Grafiker. Ihr Auftrag war es Plakate zu gestalten, farbenprächtig, das Paradies ins beste Licht gerückt. Die Druckwalzen wurden angeworfen, Plakatkleber ausgesandt in die Straßen, in die Gassen. Die Plakate zeigten den staunenden Menschen den Zauber der Fremde, eine Welt, so anders als ihre oftmals verschmutzte, Kohlensmog verseuchte. Wer es sich leisten konnte machte sich auf den Weg ins Paradies.
Die Deutschvilla hat wieder einmal keine Mühen gescheut, sich in das Universum der historischen Plakatkunst zu vertiefen. Eine Ausstellung zu organisieren, die an die 80 Plakate zeigen wird, gestaltet von herausragenden Künstlern und Grafikern. Es erwartet sie ein Raum, gewidmet den schönsten Grandhotels weltweit. Ein frühes Tourismus Plakat von Strobl wird zu sehen sein, und vieles mehr. All dies bestückt aus diversen Sammlungen, unter anderem der Sammlung Max Bruckschlögl aus Bad Ischl und Dr. Erik Eybl aus Wien.